Weichenstellende Zusammenarbeit markiert fünfjähriges Jubiläum des deutschen Quantencomputing-Vorreiters

Erste Inspektion eines 8-Zoll-Prozesswafers am Fraunhofer ENAS in Chemnitz: Ein Meilenstein in der Entwicklung der MAGIC-Ionenfallen-Technologie © Imants Cirulis
Siegen/Chemnitz/Berlin, 27. Mai 2025 – Zum fünfjährigen Jubiläum geht der deutsche Quantenhardware-Pionier eleQtron den nächsten strategischen Schritt: eine langfristige Zusammenarbeit mit führenden Instituten der Forschungsfabrik Mikroelektronik Deutschland (FMD), einem der größten Verbünde für Forschung und Entwicklung im Bereich der Mikro- und Nanoelektronik in Deutschland und Europa. Ziel der Partnerschaft ist es, die Grundlage für eine skalierbare Quantenchip-Produktion in Europa zu schaffen – und den Übergang von Laborexperimenten hin zu industrietauglichem Quantencomputing zu beschleunigen. Skalierbare Ionenfallen-Chips sind komplexe Verbundmodule und erfordern eine deutlich größere Vielfalt an Materialien und Technologien als herkömmliche Mikroelektronik. Die FMD bringt durch die Zusammenarbeit ihrer spezialisierten Institute einzigartiges Know-how und technologische Breite ein. Eine Schlüsselrolle übernimmt dabei das Fraunhofer-Institut für Elektronische Nanosysteme ENAS, das als treibende Kraft innerhalb der FMD mit wesentlicher Expertise in Quantentechnologien und mikro- und nanofertigungstechnischen Prozessen zur Partnerschaft beiträgt.
Die Zusammenarbeit hat bereits begonnen und fokussiert sich auf den Transfer des Mikrofertigungs-Know-hows der FMD auf die einzigartige Ionenfallen-Architektur von eleQtron – bekannt als MAGIC© (Magnetic Gradient Induced Coupling). Zentrale Entwicklungsfelder sind unter anderem heterogene Integration, MEMS- und CMOS-kompatible Prozesse sowie neue Packaging-Konzepte – alles mit dem Ziel, eine skalierbare, robuste Quantenprozessor-Produktion jenseits des heutigen Technikstandards zu ermöglichen – gemeinsam mit den FMD-Instituten Fraunhofer ENAS und Fraunhofer ISIT. Im Mai 2025 begannen eleQtron-Experten mit der Analyse der neuesten Ergebnisse aus der Wafer-Level-Fertigung im Rahmen eines gemeinsamen Besuchs bei Fraunhofer ENAS. Das Institut bringt seine langjährige Erfahrung und technologische Führungsrolle in der Entwicklung hochpräziser Komponenten und Produktionsprozesse für Quantenchips auf Ionenfallenbasis ein. Zusammen mit Fraunhofer ISIT arbeitet Fraunhofer ENAS an innovativen Lösungen, die eine skalierbare und robuste Fertigung von Quantenprozessoren ermöglichen und neue technologische Maßstäbe setzen.
„Die Skalierung des Quantencomputings beginnt mit skalierbarer Hardware“, sagt Jan Leisse, CEO und Mitgründer von eleQtron. „Diese Partnerschaft vereint zwei der größten Stärken Deutschlands – Quantenphysik und Mikroelektronik – um Quanten aus dem Labor in reale Anwendungen zu bringen.“
Fünf Jahre rasante Entwicklung
Gegründet im Jahr 2020 in Siegen, hat sich eleQtron zu einem der vielversprechendsten Quantenhardware-Unternehmen Europas entwickelt. Im Gegensatz zu vielen Wettbewerbern steuert das Unternehmen seine Qubits nicht mit Lasern, sondern mit Hochfrequenzfeldern – ein stabilerer, skalierbarer und kosteneffizienterer Ansatz. Innerhalb von nur fünf Jahren ist eleQtron vom Konzept zur marktreifen Lösung gelangt – einschließlich Großaufträgen bei DLR und Forschungszentrum Jülich im Gesamtwert von über 50 Millionen Euro.
Ein strategischer Schritt für Europas technologische Souveränität
Die Zusammenarbeit mit führenden Instituten im Bereich Mikro- und Nanoelektronik unter dem Dach der FMD ist Teil der übergeordneten Strategie von eleQtron: den Aufbau eines starken Quanten-Ökosystems in Deutschland und Europa und die Etablierung einer widerstandsfähigen Hardware-Lieferkette. Die FMD-Plattform bietet Zugang zu einer einzigartigen Mikroelektronik-Infrastruktur – und ist damit der ideale Partner, um hochentwickelte Fertigungskompetenz in die Quantenwelt zu übertragen.
„Quantencomputing ist der nächste Schritt europäischer Technologiesouveränität“, sagt Prof. Harald Kuhn, Leiter des Fraunhofer ENAS, das mit seiner führenden Expertise in der Ionenfallentechnologie eine zentrale Rolle innerhalb der FMD spielt. „Mit eleQtron übersetzen wir Spitzenforschung in skalierbare Lösungen für die Rechenanforderungen von morgen.“
Mehr als eine Partnerschaft: Aufbau eines Quanten-Ökosystems
Die Zusammenarbeit mit der FMD ist Teil eines wachsenden Netzwerks strategischer Allianzen im Ökosystem von eleQtron, darunter:
- Eine Multi-Millionen-Euro-Kooperation mit dem Forschungszentrum Jülich im Rahmen des EPIQ-Projekts zur Realisierung eines modularen Quanten-Supercomputers;
- Ein vom DLR gefördertes Programm mit NXP® Semiconductors und parityQC, das sich auf skalierbare Systemarchitekturen konzentriert;
- Eine gemeinsame Entwicklungsinitiative mit Infineon Technologies zur Entwicklung fortschrittlicher Ionenfallen-QPUs im Rahmen des MAGIC-App-Programms.
„Wir bauen nicht nur Hardware – wir bauen Partnerschaften“, ergänzt Leisse. „Nur so lässt sich Quantencomputing produktiv nutzbar machen.“
Über eleQtron
eleQtron ist der erste Quantencomputer-Hersteller Deutschlands. Gegründet im Jahr 2020, entwickelt das Unternehmen skalierbare Ionenfallen Quantenprozessoren auf Basis der firmeneigenen MAGIC©-Technologie, die komplexe Lasersysteme durch Hochfrequenzsteuerung ersetzt – ein Durchbruch, der präzise, stabile und skalierbare Quantencomputersysteme ermöglicht.
Über die Forschungsfabrik Mikroelektronik Deutschland (FMD)
Die FMD hat das Projekt „Forschungsfabrik Mikroelektronik Deutschland – Module für Quanten- und neuromorphes Computing (FMD-QNC)“ gestartet und vereint 15 Fraunhofer- und 2 Leibniz-Institute, die AMO GmbH und das FZ Jülich zu einer gemeinsamen F&E-Plattform für Mikroelektronik und Quantencomputing. Die FMD bietet Design-, Fertigungs-, Packaging- und Kryo-Integrationsservices – und schafft so die Grundlage für die nächste Generation europäischer Deep-Tech-Innovationen.
Auf dem Foto von links nach rechts:
Dr. Danny Reuter, Abteilungsleiter ENAS
Dr. Steffen Kurth, Technical Lead ENAS
Tushar Datta, Fabrication Engineer eleQtron
Dr. Claus Gärtner, Teamlead Fabrication eleQtron